Rezension  und  Empfehlung zu

 Schlamassel in katzbrück

 Humorvoller Bayernkrimi von Antonia Vitz

www.antoniavitz.de

 

Der erste Blick auf das Cover sagte mir: Dieser Schlamassel kann nicht lustig sein. Wer will schon lebendig oder tot in einer Trecker-Schaufel liegen? Doch wer den bayrisch trockenen Humor der Autorin Antonia Vitz kennenlernen durfte, bleibt optimistisch und freut sich darauf, die Geschichte zu lesen.

Auffällig ist in diesem dritten Roman, dass ständig neue Fragen aufgeworfen werden, für deren Beantwortung sogar eine Hotline ins Leben gerufen wird. Doch jeder gute Krimi lebt von der Ungewissheit der Geschehnisse. So spazieren hier Tragik, Beziehungen aller Art und schwarzer Humor, Hand in Hand, einem ungewissen Ausgang entgegen.

 

Anfänglich sind die Missverständnisse noch harmlos, etwa so:

„Und was meinte sie damit, dass der Opa brennt?“, möchte ich auch die zweite Frage geklärt haben. „Sodbrennen. Er hat vorhin gesagt, dass er von dem Sahnezeug Sodbrennen bekommt.“ (S. 113)

 

Im weiteren Verlauf der Geschichte werden dann sogar Fragen der Polizei scheinheilig beantwortet:

„Ich geh mal davon aus, dass Sie nichts getrunken haben und der starke Alkoholgeruch nur von den Mitfahrern kommt?“, fragte er schließlich. „Selbstverständlich!“, nickte Mama eifrig. „Sonst würde ich ja nicht mehr fahren.“ Bettis Freund stöhnt leise, wahrscheinlich war es nicht allzu bequem zwischen unseren Beinen. (S. 215)

 

Entscheidend ist jedoch, dass es zu diesem Zeitpunkt schon einen toten Menschen gibt, der vor allem Franzi, ihrem Vater Sepp und dessen Freund Feichti, schwer zu schaffen macht. Und obwohl sie lange an das Gute ihres Handelns glauben, streuen Zufälle genau die Sägespäne auf den fließend geplanten Ablauf, der zur Rettung ehrlicher Menschen vor dem Gesetz gedacht war. Wer mehr dazu wissen möchte, dem empfehle ich unbedingt diesen haarsträubenden Bayernkrimi lesen!

 

An die Kritiker, die mäkeln, dass der alltägliche Wahnsinn nicht immer lustig ist, besonders in einem humorvollen Roman, sei gesagt, dass nur wer über sich selbst lachen kann, auch Freude an genau dieser Art Wortwitz haben wird. Ich finde ihn immer wieder Klasse.

 

Das nenne ich Wandlungsfähigkeit von Drogenanbau (Roman „Nerventee“) über Beziehungsbekenntnisse (Roman „Servus Aleikum“) zu tragisch kriminellen Handlungen (Roman „Schlamassel in Katzbrück“)! Danke, liebe Antonia Vitz.